Anthroposophische Medizin

Studieren Sie die Rhythmen. Rhythmus trägt Leben - Rudolf Steiner

Die Anthroposophische Medizin geht auf die gemeinsame Entwicklung am Beginn der 20er-Jahre durch Dr. Rudolf Steiner und der niederländischen Ärztin Dr. med. Ita Wegman zurück.

Rudolf Steiner hat sich zu seiner Zeit umfassend mit den verschiedensten Disziplinen der Wissenschaft auseinandergesetzt. Die Anthroposophische Medizin ist eine davon.

Phänomenologie

Die Anthroposophische Medizin geht von den Phänomenen aus und ist daher in weiten Bereichen eine Heilkunde, die auf Erfahrung beruht.

Heilkunst - den gesamten Menschen im Blick

Die Anthroposophische Medizin ist eine Heilkunst, die den ganzen Menschen im Blick hat. Sie bezieht nicht nur Körper und Seele, sondern auch das Geistige des Menschen mit ein. Es wird nicht nur auf die Krankheit gesehen, sondern auch auf die Fähigkeiten, Stärken und Vorlieben des Patienten. Auch das soziale Umfeld wird mit angeschaut. Das ist wichtig, weil sich Krankheit ja unter anderem in einem langfristig ungünstigen sozialen Klima entwickelt. 

Empathie & Fürsorglichkeit

Die Anthroposophische Medizin ist daher eine sehr menschliche Medizin.

Auch in der medizinischen Pflege steht Fürsorglichkeit im Zentrum.

Wo in der Medizin und Pflege spielt dies heute noch eine große Rolle?

Zeit & Ein offenes Ohr

Als Therapeutin dieser medizinischen Richtung nehme ich mir selbstverständlich sehr viel Zeit für Sie. Sie als Mensch stehen im Mittelpunkt. Schließlich geht es um Ihre Gesundheit. 

Salutogenese - wie entsteht Gesundheit?

Sie selbst sollten Ihrer Gesundheit ebenso genügend Raum geben und achtsam mit sich selbst umgehen. 

Schlafen Sie gut? Wie ist der Rhythmus von Schlafen und Wachen, wie der von Ernährung und Bewegung? Bewegen Sie sich regelmäßig in moderater Form (Radfahren, Spazieren gehen, Wandern, Schwimmen) an der frischen Luft oder in der Sonne? Gehen Sie gern Tanzen? Wie sieht Ihre tägliche Ernährung aus? Ist sie abwechslungsreich und gesund?

Siehe: Salutogenese

Die fünf Therapieprinzipien

Die verschiedenen Therapieprinzipien überlagern sich zum Teil, zudem beinhalten einzelne medikamentöse Therapierichtungen verschiedene therapeutische Prinzipien, sie sind also mehreren Therapierichtungen zuzuordnen.

 

- Substitutions- oder Resektions-Prinzip:

  wichtigster Ansatz in der Allopathie, z. B. Gabe von Insulin bei Diabetes mellitus, Entfernung des      

  pathologischen Organs oder Organteils wie Resektion von Darmabschnitten, Uterusresektion.

 

- Contraria-Prinzip:

   ebenfalls ein Fundament in der Allopathie, Verabreichung  z. B. von Antihistaminika, Antipyretika, 

   Antibiotika.

 

- Similia-Prinzip:

   Die Homöopathie arbeitet nach diesem Prinzip. Die Gesundungskräfte werden angesprochen. Das 

   Arzneimittel stellt das Spiegelbild des pathologischen Prozesses dar. Die Gesundungskräfte werden 

   mobilisiert, ohne den Organismus zu überfordern oder zu schädigen.

 

- Regulatives Prinzip:

   Naturheilkunde, Alchemie, anthroposophische wie auch traditionelle chinesische Medizin.

   Durch das Arzneimittel oder die therapeutische Methode wird versucht, einen Ausgleich zwischen

   entgegengesetzten wirkenden Prozessen im Organismus zu erzielen.

 

- Dynamisch-evolutives Prinzip:

   Anthroposophische Medizin, paracelsische Medizin: das regulative Prinzip wird überschritten, 

   indem dynamische Entwicklungsschritte, d. h. Metamorphosen seelisch-geistiger Art angeregt    

   werden.

(Quelle des Zitats 'Die fünf Therapierichtungen': Henning Schramm, Heilmittel der Anthroposophischen Medizin, Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 1. Aufl. 2009)

Anthroposophische Pharmazie

In der anthroposophischen Pharmazie werden besondere Heilmittel ganz mit dem Blick auf die Rhythmen des Menschen und mit dem Blick auf Wärme, Asche und Licht hergestellt. Auch die Aspekte des Raumes und der Zeit werden hierbei berücksichtigt.

Die Präparate stehen uns in Form von Globuli, verschiedenen Salben, Metallfolien oder Injektionspräparaten zur Verfügung. 

  "Studieren Sie die Rhythmen, Rhythmus trägt Leben"

Rudolf Steiner

Pflanzliche Heilmittel

Pflanzliche Heilmittel werden entweder aus der Wurzel von Pflanzen, aus dem Blatt-/Stengelbereich oder aus der Blüte gewonnen. 

Eine Pflanze stellt den umgekehrten Menschen dar:

D. h. die Wurzeln wirken auf den Nerven-/Sinnesbereich (Sal), die Blätter und Stengel auf das Rhythmische System (Merkur) und die Blüten auf das Stoffwechsel-/Gliedmaßensystem (Sulfur).

Heilmittel, die aus Pflanzen gewonnen werden, wirken eher auf den Empfindungsleib (= Astralleib) des Menschen. 

Tierische Heilmittel

Beispiele solcher Heilmittel sind z. B. Apis oder Formica. Weitere Beispiele sind die Organpräparate. 

Sie sprechen den Ätherleib, d. h. den Lebensleib und die Bildekräfte des Menschen an.

Organpräparate

Organpräparate stammen von den höheren Säugetieren ab. Sie werden zum Beispiel gerne bei Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt, können aber auch für andere Erkrankungen verordnet werden, wenn der sog. Ätherleib (= Bildekräfteleib) angesprochen werden soll.

Mineralische Heilmittel

Mineralische Heilmittel wirken unmittelbar auf das Ich des Menschen. Hier wird das Geistige im Menschen angesprochen, sein Wesenskern.

Metallspiegel-Präparate und Metallspiegelfolien

Das Metall wird hierbei in einem Glaskolben durch Zufuhr von Hitze in einen dampfartigen oder gasartigen Zustand gebracht, so dass es zu leuchten beginnt. Hierbei setzt sich ein feiner Spiegel an dem Glas ab. Dies wird dann herausgekratzt und weiterverarbeitet, d. h. dynamisiert und potenziert. Das Metall ist in dieser Form energiereicher als sonst und erhält etwas von seiner kosmischen Natur zurück.

Cuprum metallicum praeparatum ist ein Beispiel eines solchen Metallspiegel-Präparats.

 

Metallspiegelfolien werden äußerlich als Auflagen angewandt. Hiermit werden Organe sehr gezielt angesprochen, so zum Beispiel die Leber mit einer Folie aus Stannum (Zinn). Stoffwechselprozesse können auf diese Art und Weise besonders angeregt werden.

Vegetabilisierte Metalle

Ein weiteres Beispiel sind die sog. vegetabilisierten Metalle: Hier werden bestimmte Pflanzen mit dem dazu passenden Metall im Gießwasser gegossen. Wenn diese Pflanzen ausgereift sind, werden sie geerntet und kompostiert. Im nächsten Jahr werden wieder die gleichen Pflanzen angebaut und mit dem bestimmten Metall im Gießwasser gegossen. Nach der Ernte werden sie wieder auf den Kompost gegeben. Im kommenden Jahr wird ebenso verfahren. Nun werden die reifen Pflanzen geerntet und zu einer Urtinktur verarbeitet, die auf Globuli aufgesprüht und abgefüllt werden. Die Pflanzen werden hierbei in einer biologisch-dynamischen Landwirtschaft angebaut und auch die Komposte werden biologisch-dynamisch aufbereitet. Als Heilmittel verbinden sie die spezifische Wirkung eines Metalls mit einer gezielten Wirkung einer Pflanze. 

 

Ein Beispiel für ein vegetabilisiertes Metall ist Melissa cupra culta. 

Typenheilmittel

Durch diese Heilmittel wird gewissermaßen dem erkrankten Organismus ein gesundes Vorbild als Orientierung angeboten. Mineralische Kompositionen sind nach anderen Gesetzmäßigkeiten konzipiert als pflanzliche Heilmittel. Außerdem gibt es Kompositionen, die sowohl aus pflanzlichen als auch aus metallischen Substanzen kombiniert wurden. Einige dieser Substanzen sind auch tierischen Ursprungs.

Typenheilmittel werden bei solchen Krankheitsverläufen eingesetzt, die regelrecht verlaufen und weniger in Verläufen, bei denen individuelle Gegebenheiten vorherrschen. Typenheilmittel sprechen also mehr die allgemeinen Aspekte einer Krankheit an. Das Heilmittel 'Hepatodoron' ist ein Beispiel dafür.

Misteltherapie

Die Misteltherapie ist ein weiteres Verfahren, das insbesondere in der Therapie von Krebserkrankungen begleitend eingesetzt wird.

Hierbei injezieren Sie sich selbst ein Mistelpräparat in eine Hautfalte am Bauch oder Oberschenkel. Folge ist eine Hautreaktion, die erwünscht ist und anzeigt, dass das Immunsystem reagieren kann und tätig ist.

Ziel ist die Erhöhung der Körpertemperatur und eine Stärkung bzw. der Aufbau des Immunsystems.

In der Folge fühlen Sie sich stärker und Ihre Stimmung wird aufgehellt. 

Die Misteltherapie wird auch begleitend (= adjuvant) eingesetzt, wenn eine Chemotherapie notwendig ist. Die Chemotherapie wird so besser vertragen.

Spagyrik

Spagyrik ist ein Herstellungsverfahren in der Pharmazie. Die auf diese Weise spagyrisch aufbereiteten Urtinkturen werden immer weiter verdünnt und verschüttelt, schließlich in potenzierter Form auf Globuli aufgesprüht. Die Urtinkturen und Grundansätze werden aus Pflanzen, Mineralien und auch aus Tieren hergestellt.

Heilpflanzengärten

Haben Sie Interesse am Besuch von Heilpflanzengärten und Labors der besonderen Art?

Haben Sie Feuer gefangen?

Wenn Sie ein paar dieser besonderen Heilmittelfirmen näher kennenlernen möchten, dann fragen Sie gerne nach bei der WALA in Bad Boll oder bei der WELEDA in Schwäbisch-Gmünd.

Beide Firmen veranstalten nicht nur für Fachkreise, sondern auch für interessierte Laien Führungen durch die biologisch-dynamisch bewirtschafteten Heilpflanzengärten und bieten Vorträge an zu deren besonderen Pharmazie. Das ist sehr interessant und wirklich eine Reise wert! 

Literatur:

Henning Schramm, 'Heilmittel der Anthroposophischen Medizin', 1. Aufl. 2009, Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag.

 

 

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bitte beachten Sie hierzu die Hinweise zu Gesundheitsthemen im Impressum!

©Margit Adele Volk

 

 

 

 

 

Psychosomatische Homöopathie & Anthroposophische Medizin

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