Zauber und Verlust

Wenn du durchs Feuer gehst, gehst du in Demut

Du kommst in einen Irrgarten von Selbstzweifel.

Wenn du durch Demut hindurchgehst,

kann das Licht dich blenden.

Manche Leute verstehen das nie.

Du gehst durch Arroganz und gehst durch Verletzung.

Du gehst durch die ständige Gegenwart der Vergangenheit.

Und am besten hoffst du nicht, gerettet zu werden

durch das Glück;

du mußt durch das Feuer zum Licht.

 

Wenn du durchs Feuer gehst,

mit der Rechten winkend,

mußt du manches verwerfen.

Die beißende Angst, die du jetzt spürst,

wird dich nicht weit bringen.

Du mußt sehr stark sein;

denn du fängst bei Null an;

und zwar immer wieder.

Und wenn sich der Rausch geklärt hat, ist direkt vor dir

ein alles verzehrendes Feuer.

 

Es heißt, das niemand alles kann,

aber du willst es, in Gedanken.

Aber du kannst nicht Shakespeare sein,

auch nicht Joyce.

Was also bleibt?

Du bist mit dir allein und einem Zorn,

der dir Schmerz zufügen kann.

Und genau in diesem wunderbaren Moment,

fängt das Feuer wieder an.

 

Wenn du bescheiden hindurchgehst;

Wenn du durch „Ich bin besser als ihr alle“ hindurchgehst

und die Kraft hast, das alles anzuerkennen;

wenn dich die Vergangenheit zum Lachen bringt,

und du den Zauber schmecken kannst,

der dich deinen eigenen Krieg überleben ließ,

wird du finden, daß Feuer Leidenschaft ist

und da vorn eine Tür ist, keine Mauer.

 

Während du durchs Feuer gehst, während du durchs Feuer gehst,

versuche dich an seinen Namen zu erinnern.

Wenn du durch Feuer gehst, deine Lippen leckend,

kannst du nicht derselbe bleiben.

Und wenn das Haus brennt,

nimm den Weg durch jene Tür.

Ein bißchen Zauber ist in allen Dingen und Verlust,

um das Gleichgewicht zu halten.

 

Lou Reed, in der Übersetzung von Dietrich Diederichsen

 

 

 

 

 

 

Dieses berührende spirituelle Lied des fast klassischen Rockmusikers Lou Reed * 2. März 1942 Brooklyn, New York City † 27. Oktober 2013, Southampton, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Der Tod zweier seiner besten Freunde, die an Krebs starben, haben ihn zu Texten und Klängen von sehr hoher Qualität inspiriert.

 

Ich habe den Text dem Buch von Gabriel Prinsenberg * 1932 Gouda/NL, 'Der Weg durch das Labyrinth - Biographisches Arbeiten - Begleitung auf dem Lebensweg' entnommen,

Aufl. 1997, Novalis Verlag Schaffhausen.

 

Das Labyrinth als Symbol des Lebenslaufs

 

 

 

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